Die Sanierung der Siegessäule

Die Siegessäule in Berlin ist neben dem Brandenburger Tor das bekannteste Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt. Mehrere Millionen Touristen besuchen jährlich die populäre Sehenswürdigkeit, die mitten auf einem großen Kreisverkehr steht. Seit März 2010 ist die Besichtigung des Denkmals allerdings schwieriger geworden, denn seitdem wird das Bauwerk grundlegend saniert. Der goldene Viktoriaengel ist zwar von außen sichtbar, ein Besuch des Turmes und der Aussichtsplattform ist aber nicht mehr möglich. Die Überarbeitung soll bis Mai 2011 abgeschlossen sein.

Die Geschichte der Siegessäule begann 1864, als der Deutsch-Dänische Krieg mit einem Sieg Preußens endete. Um an den triumphalen Ausgang der Schlacht zu erinnern, wurde mit dem Bau der Siegessäule nach den Plänen von Heinrich Strack begonnen. Noch während der Entstehung konnte sich Deutschland in zwei weiteren Kriegen siegreich behaupten. Auch diese sollten in das Denkmal einfließen, sodass die Siegessäule erst 1873 fertig gestellt wurde. Bis 1938 stand die Siegessäule auf dem Platz der Republik. Im Zuge nationalsozialistischer Umbaumaßnahmen wurde das Denkmal auf den großen Stern verschoben, wo man es bis heute bewundern kann.

Die knapp 70 Meter hohe Konstruktion besteht aus drei Teilen. Ein Sockel aus Granit bildet das Fundament. Daran schließen sich vier steinerne Säulentrommeln beziehungsweise Geschützrohre an. Jedes Geschützrohr steht für einen ruhmreichen Sieg während kriegerischer Auseinandersetzungen. Die vierte Trommel wurde allerdings erst nach der Unterwerfung Frankreichs zur Zeit des zweiten Weltkriegs von den Nazis nachträglich hinzugefügt. Verständlicherweise wollten die Franzosen das Denkmal nach der Kapitulation Deutschlands zerstören, was dann aber am Veto der anderen Alliierten scheiterte. Die Goldelse, wie die Berliner den Viktoriaengel nennen, krönt das Denkmal. Die vergoldete Figur hat ihre Wurzeln in der römischen Mythologie. Dort ist sie die Schutzgottheit des Kaisers.

Bis heute wurde die Siegessäule mehrfach saniert. Die aktuell bis Mai 2011 andauernden Maßnahmen umfassen das komplette Denkmal. Viktoria bekommt eine neue Goldverkleidung. Die 1200 Gramm Blattgold kosten rund 34.000 Euro. Der Sockel und die Geschützrohre werden ebenfalls überarbeitet. Darüber hinaus soll der Aufgang zur Aussichtsplattform sowie die Tunnel unter dem Kreisverkehr besser ausgeleuchtet werden. Auch die Graffitischmierereien waren in der Vergangenheit ein großes Problem. Die Wände sollen jetzt mit einem Graffitischutz überzogen werden. Damit lassen sich die fragwürdigen Kunstwerke zwar nicht verhindern, dafür aber schnell und einfach entfernen. Die Sanierungsarbeiten an der Siegessäule werden insbesondere den zahlreichen Touristen zu Gute kommen. Von der Unterführung des großen Sterns bis zur Spitze des eisernen Kreuzes, welches Viktoria in der Hand hält, soll den Gästen aus der ganzen Welt eine schöne, saubere und strahlende Siegessäule geboten werden. Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme kosten über vier Millionen Euro, die gemeinschaftlich von der Bundesrepublik, der Stadt Berlin und der Europäischen Union getragen werden.

Spätestens im Mai 2011 kann das berühmte Hauptstadtdenkmal dann auch wieder Teil verschiedener Großveranstaltungen werden, die es schon häufig auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und großem Stern gegeben hat. Sei es die Loveparade, diverse Reden verschiedener Politiker oder Demonstrationen aller Art, die Siegessäule war jedes Mal ein stiller Beobachter und wird es nach der Denkmalsanierung auch weiterhin sein.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2010, www.denkmalsanierung.de

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